Bern BE: Sicherheitspolitik im Fokus – Nationalrat schlägt Alarm

Im Podcast der Schweizer Armee sprach der Nationalrat Benjamin Fischer über die sicherheitspolitische Lage Europas, die Rolle der Schweizer Armee und politische Prioritäten.

Das Gespräch zeigt einen Politiker, der militärische Praxis und politische Analyse verbindet.

Im Podcast der Schweizer Armee sprach der Zürcher SVP-Nationalrat Benjamin Fischer über Sicherheitspolitik, Armee und die geopolitische Lage Europas. Fischer, 1991 geboren und aus Volketswil im Kanton Zürich, gehört zu den jüngeren Stimmen im Bundesparlament und zu den wenigen Politikern, die gleichzeitig aktiv militärische Verantwortung tragen.



Als Hauptmann und S1 in einem Bataillon verbindet er politische Perspektive mit militärischer Praxis.

Europa hat die Verteidigung vernachlässigt

Fischer analysierte offen, warum Europa heute sicherheitspolitisch unter Druck steht. Über Jahre habe man die Verteidigung vernachlässigt, erklärte er im Podcast. „Man hat viel zu wenig in die Verteidigung investiert, weil man das nicht mehr für nötig erachtet hat“, sagte er. Dies sei kein rein schweizerisches Problem, sondern ein gesamteuropäisches.

Sicherheitspolitik zu spät angepasst

Besonders deutlich wurde Fischer bei der Frage, warum viele Staaten heute hektisch aufrüsten müssen. Der Wendepunkt sei eigentlich längst sichtbar gewesen. „Man könnte sagen, so 2014, nach dem Maidan, hätte man reagieren können“, sagte er im Gespräch. Doch in Europa habe damals kaum jemand den sicherheitspolitischen Kurs angepasst. Die Folge: Heute müsse man Entwicklungen nachholen, die über Jahre verschleppt worden seien.

Auch die Situation der Schweizer Armee sprach Fischer klar an. Die strukturellen Herausforderungen seien nicht nur organisatorischer Natur, sondern vor allem finanziell. „Wir haben eine desaströse Situation im Finanzhaushalt“, erklärte er. „Wir können knapp einen Drittel der Armee ausrüsten.“ Gleichzeitig sei die Armee bereits relativ klein dimensioniert – eine Tatsache, die angesichts der aktuellen Bedrohungslage zunehmend diskutiert werde.

Aktiver Offizier und Sicherheitspolitiker

Trotz dieser kritischen Analyse blieb der Ton des Gesprächs konstruktiv. Fischer betonte mehrfach die Bedeutung einer glaubwürdigen Landesverteidigung und einer nüchternen sicherheitspolitischen Debatte. Gerade für die Schweiz mit ihrer Neutralität und ihrem Milizsystem sei es entscheidend, sicherheitspolitische Realitäten klar zu benennen.

Das Gespräch zeigt dabei auch eine seltene Perspektive: einen aktiven Offizier, der gleichzeitig nationale Sicherheitspolitik mitgestaltet. Genau diese Verbindung von militärischer Erfahrung und politischer Verantwortung machte den Austausch besonders interessant.

Wer verstehen möchte, wie ein junger Parlamentarier die sicherheitspolitische Zukunft der Schweiz einschätzt – und warum die Armee wieder stärker ins Zentrum politischer Diskussionen rückt –, findet im Podcast der Schweizer Armee ein ebenso offenes wie nachdenkliches Gespräch.

 

Quelle: VBS / Schweizer Armee
Bildquelle: VBS / DDPS

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